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Warum ABRAXAS Märchen erzählt


...... ehrlich gesagt hätte ich diese Frage auch gestellt,denn Märchenpadagogik  .... ich kenne
mich ja schon ein wenig mit Märchen aus, aber von Märchenpädagogik  hatte ich auch noch
nichts gehört. Da mich aber Märchen sehr interessieren, versuche ich mich umfassend zu
diesem Thema zu informieren; besuche Vorträge, Seminare und natürlich
Märchenveranstaltungen. So fand ich dann in einem Fortbildungsprogramm der "Lebenshilfe"
eine Weiterbildungsreihe zur Tanz -Spiel - und Märchenpädagogin.
Das hörte sich doch interessant an!
Diese Ausbildung sollte Menschen die in der Heilpädagogik tätig sind, einen umfassenden und
ganzheitlichen Ansatz vermitteln,  laß ich, so das  auf spielerische Weise, Wissen und
Erfahrungen weitergeben werden können. Das musisch und sinnliche Erleben sollte dabei im
Vordergrund stehn. Da diese Inhalte auch auf meine Arbeit mit Schwerstmehrfach
Behinderten Erwachsen anwendbar schienen, entschloß ich mich zu einer Fortbildungsreihe,
bestehend aus 4 Seminarbausteinen, an denen ich ab 2004, berufsbegleitend teilnahm.

Der 1. Teil bestand aus: Eine Reise um die Erde in drei Tagen
                                 Tänze und Spiele aus aller Welt
Der 2. Teil:                  Die Kunst Märchen zu erzählen
                         Der Einsatz von Märchen in der Heilpädagogik
Der 3. Teil:                Fliegender Teppich und fliegender Pfeil
                                 Indianer - und Orientkultur
Der 4. Teil:                            Praxissupervision

Der 5. Teil:                              Wege in die Stille

Der 6. Teil:                               Praxissupervision

Die Ausbildung, an der ich von 2004 -2007 berufbegleitend teinahm, schloß ab mit einem
Zertifikat der "Lebenshilfe" zur Tanz - Spiel - und Märchenpädagogik.

Die Fortbildung besteht aus vier dreitägigen Seminaren  und aus zwei viertägigen
Supervisionseinheiten. Im Rahmen der projektorientierten Supervisionsteile werden zwei
Facharbeiten geschrieben, die Vorraussetzung für die Vergabe des Zertifikats sind.




                    
      
Facharbeit zum Thema Märchenpädagogik:

Ein Hauch von Afrika -
Das Afrika Projekt in der BUNTEN RUNDE im Pflege - & Therapiezentrum Riedstadt

Die sog. BUNTE RUNDE leite ich seit mehreren Jahren. Sie ist sehr beliebt, der Name
stammt von den Bewohnern. Sie  besteht aus 12 -15 Schwerstmehrfach Behinderten
Erwachsenen,Wachkomapatienten sowie Angehörigen und Gästen. Wir treffen uns jeden
Montag im Pavillon der Einrichtung für ca. 2 Stunden. Hier bietet sich ein Forum um
miteinander zu diskutieren, sich auszutauschen, zu feiern, Spaß zu haben , sich zu
informieren. Ziel ist unter anderem ein sinnvolles Zeitangebot, eine Tagesstruktur sowie
Integration von Angehörigen und Gästen die von " draußen " kommen. So lade ich oft
Besucher ein ,die über irgend ein interessantes Thema berichten, um Kontakt und aktuelle
Bezüge herzustellen. Da wir seit vielen Jahren im enger Verbundenheit zu einer Missionarin  
und ihren einheimischen Mitarbeitern im Tschad stehen, die dort ein
Alphabetisierungsprogramm leitete, entschloss ich mich für das Thema " Afrika".
So besuchte im Januar 2004 meine Freundin Ursula, die seit 20 Jahren im Tschad als
Missionarin lebte und arbeitete, die BUNTE RUNDE. Sie hielt einen Vortrag und zeigte Dias
und Bilder aus dem Tschad. Es gab eine Fülle an Informationen und auch
"Afika zum Anfassen"  in Form von Musikinstrumenten, Batiken, Kalebassen, Kunsthandwerk
u.ä. Im März 2004 kam dann Sambaye, ein Freund aus dem Südtschad zu Besuch und
besuchte die BUNTE RUNDE. Er wurde begeistert aufgenommen. Wir sangen und trommelten
zusammen und Sambaye hatte ein Märchen aus seiner Heimat dabei, das Märchen vom klugen
Igel, das mittlerweile "Sambayes Märchen" heißt.
Am nächsten Tag nahm Sambaye noch an der Maltherapie teil und so enstanden gemeinsame
interessante Kunstwerke.
Neben diesen beiden Projekteinheiten gab es noch ein Batikprojekt - die Farben Afrikas und
ein Projekt über Hirse - das Brot Afrikas. Als Abschluss Projekt zu diesem Themenkreis
beschäftigten wir uns mit der Kultur der Afroamerikaner und deren Musik und Märchen.
Über all diese Projektreihen, die innerhalb eines Jahres im Pflege -& Therapiezentrum  von
mir durchgeführt und angeleitet wurden, schrieb ich dann meine Facharbeit.
Facharbeit zum Thema Tanzpädagogik:

Das Rad des Jahres
Ein Jahr rund um den Kürbis im Pflege - & Therapietzentrum Riedstadt

Mit den Schwerstmehrfach Behinderten Bewohnern des Wohnbereichs im Therapiezentrum
Riedstadt habe ich ein Jahr lang ein Kürbisprojekt durchgeführt. Das große Abschlußfest
rund um den Kürbis, das im Pavillon der Einrichtung stattfand, bildete den kröhnenden
Abschluß des Projekts. Dieses wurde im Oktober 2006 begangen, natürlich mit reger
Teilnahme der Bevölkerung Riedstadts.
In unserem kleinen Therapiegarten haben wir im Frühjahr Kürbispflänzchen gepflanzt,
zusätzlich wurden von Mitarbeitern der Einrichtung auf einem Stück Brachland noch
weitere Kürbisse gezogen. Wir beschäftigten uns mit der Pflanze, erfuhren was wir daraus
alles machen konnten, und probierten schließlich in der Kochgruppe viele neue Rezepte aus.
Kürbissuppe und Kürbiskuchen schmeckten vorzüglich. Da ein Bewohner des Wohnbereiches
genau an  "Halloween" Geburtstag hatte, feierten wir eine lustig, gruselige Party, die allen
viel Spaß machte. Von der Ausgestaltung des Raumes über die Herstellung eines  
"Bluttrunks" bis hin zu dem lustig, schaurigen Koboldspiel, einigen passenden Liedern,
Masken, Schminken und Verkleidung fehlte nicht für die Stimmung zu einer richtigen
Gruselparty. Natürlch setzten wir uns auch mit dem neuen, alten Fest "Halloween"
auseinander. Woher kommt es, welche Bedeutung, welchen Ursprung hat es? Daraus
resultierte auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Modefest. Über Feste und
Rituale allgemein diskutierten wir ebenso und erfuhren zudem auch etwas über den Herbst
und wie man am besten ohne Stimmungstiefs über die graue Jahreszeit kommt. Natürlich
hatte ich auch immer wieder Gelegenheit Geschichten zu erzählen und wir schnitzten und
bemalten Kürbisse. Der große Abschluß war dann die Kürbisernte , sowie das Kürbisfest im
Pavillon und ein Tanz zu Ehren der Kürbisse. Ich führte den Tanz mit einigen Bewohnern
der Wohngruppe durch, alle sind Rollstuhlfahrer, z.T. halbseitig gelähmt. Sie brauchten
also einen Betreuer zum Tanzen. Trotzdem machte dieser Tanz, nach einem alten englischen
Lied allen soviel Spaß, das der Funke übersprang und bald eine ganze Reihe von Gästen im
Pavillon spontan mittanzten.
ZURÜCK:
INFO: Was ist Märchenpädagogik?
Ein Hauch von Afrika - Besuch aus dem
Tschad von Sambaye & Juliene

Fazit:
Die Ausbildung zur Tanz- Spiel- und Märchenpadagogin ist sicherlich sehr speziell. Wenn
sich jemand, wie ich es tue, für Märchen interessiert ist sie bestimmt ganz bereichernd,
ansonsten würde ich diese Weiterbildung nur eingeschränkt weiterempfehlen.
Da ist einmal die Dauer des Projekts, bei mir nahm die Ausbildung 3 Jahre in Anspruch,
denn ich hatte als selbstständige Ergotherapeutin nicht immer Zeit an den  
Weiterbildungen teilzunehmen. Die Ausbildung findet in Speyer statt, ist also entweder
mit Übernachtungs - oder Fahrtkosten, Anreise u.ä. verbunden. Für mich bedeutete dies
darüber hinaus auch Verdienstausfall, da die Termine leider nicht an den Wochenenden
lagen. Dazu ist die Ausbildung recht kostspielig, zumal ich als Selbstständige alle
anfallenden Kosten selbst tragen mußte.
Am spannensten und am besten anwendbar ist für mich der Märchenblock in der
Ausbildung gewesen. Am wenigsten umsetzbar in meiner Arbeit ist sicherlich die
Tanzausbildung. Da ich mit den Bewohnern und Patienten, die alle Rollstuhlfahrer sind,  mit
Halbseitenlähmung und mehr oder minder großen Bewegungseinschränkungen, sowie
Wachkomapatienten arbeite, ist Tanzen aus verständlichen Gründen kaum möglich. In
reduzierter und abgewandelter Form ist sog. "Sitztanz" angebracht, aber auch nur wo
eine gewisse Rumpfstabilität gegeben ist.    

Ansonsten ist zu bedenken, das diese Ausbildung
zur "Tanz- Spiel- und Märchenpädagogin"
nur bei der "Lebenshilfe" anerkannt ist und  
keine geschützte Berufsbezeichnung hat. Das
Zertifikat kann nur innerhalb bestimmter Ein-
richtungen ganz hilfreich sein, zu mehr Verdienst-
möglichkeiten und Aufstiegschancen  verhilft es
sicherlich nicht.
Ich habe diese Ausbildung in erster Linie für mich
gemacht und in diesem Sinne auch viel davon
profitiert. Die Bewohner des Pflege - & Therapie-
zentrums Riedstadt haben dies allemal auch,
da sie die schönen, durchgeführten Projekte sehr
genossen haben und viel neue Dinge kennen-
lernen konnten.






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