ABRAXAS - ein märchenhaft
schönes Programmm -
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Neben der Musik, dem
Märchenerzählen
und dem Puppenspiel, gibt es in
unserem
Programm noch eine kleine Bastelarbeit - um das
Märchen mit allen
Sinnen zu
erfahren.
Damit werden die Eindrücke des
Märchens noch mehr
vertieft, die Phantasie des
Kindes angeregt und die Wahrnehmung
gefördert.
Da ich von Beruf Ergotherapeutin bin und lange Jahre mit Kindern
gearbeitet
habe, ist mir dieser Zugang sehr wichtig. Seit Herbst
2004 habe ich eine
Zusatzausbildung zur Tanz - Spiel - und
Märchenpädagogin.
Was ist ein
Märchen ?
Märchen, bedeutet
eigendlich " Bericht, Kunde" und beschreibt in Prosaform
wunderbare
phantastische Begebenheiten. Elemente wie sprechende Tiere, Hexen,
Zauberer, Riesen oder Verwünschungen sind charakteristisch für ein
Märchen.
Ebenso ist die Struktur eines Märchens sehr
typisch. So gibt es meistens einen
Held der auszieht um bestimmte
Aufgaben zu lösen. Ihm gegenübergestellt wird
ein Gegenspieler, aber
auch Helfer in Form von Feen oder Tieren. Gut und Böse
sind klar
getrennt, ebenso wie gute und böse Figuren deutlich zu unterscheiden
sind. Der Held steht meist im Mittelpunkt des Geschehens und ist schon
früh als
solcher zu erkennen, weil er z.B. der jüngste Sohn ist dem
niemand etwas zurtaut
oder der sehr klein und schwach ist. Am Ende
des Märchens steht fast
immer
seine Belohnung und seine Verwandlung zum wahren Helden. Auch
wird das Gute
belohnt und das Böse bestaft.
Zu den uns
bekanntesten Märchen,zählen
sichlich die der Gebrüder Grimm. Sie
haben den Begiff des
Märchens in
Deutschland und darüber hinaus sehr stark
geprägt. Sie werden auch
als " Volksmärchen"
bezeichnet und sind angeblich
mündlich überliefert. Nach
neusten Erkenntnissen stammen diese aber nicht "aus
dem Volke" und
wurden auch nicht von "einfachen Leuten erzählt".Die Brüder
Jakob
und Wilhelm Grimm sammelten in Kassel, einem Umfeld das hugenottisch
geprägt war, ihre Märchen
und brachten sie dann in schriftliche
Form. Die
meisten dieser Märchen wurden
ihnen von einer Frau erzählt die keineswegs eine
einfache, alte
Bäuerin war, sondern eine recht gebildete Frau, Dorothea
Viehmann.
Diese Märchen wurden
auch ursprünglich nicht für Kinder geschrieben.
Sie dienten vielmehr
der Unterhaltung von Erwachsene im höfischen Umfeld. Man
erzählte
sich Märchen und
amüsierte sich darüber, auch über die Wunderdinge
die darin vorkamen
ebenso wie über sexuellen Anspielungen. Ihre Urfassungen
wären kaum
für Kinder geeignet, zumal ihre Sprache heute vielfach nicht mehr
von Erwachsenen verstanden würde. Die meisten dieser
Märchen sind
französischen und italienischen Ursprungs, zumeist aus den sog.
Feenmärchen
abgeleitet.
Vor allem Wilhelm Grimm hat sie gesammelt und in
kindgerechtere Form
gebracht. Die uns bekannte typische Form der
Grimms Märchen stammt
aus dem
Jahre 1857, in dieser Ausgabe hat Wilhelm Grimm erst zu
seinem Stil gefunden
und die Märchen
regelrecht verkindlicht.Dabei wurden je nach Zeitgeschmack,
Details
verändert oder sexuelle Anspielungen verändert oder weggelassen.
Sind Märchen noch
wichtig?
Bei den
Grimms Märchen, so wie
wir sie heute kennen, handelt es sich im wahrsten
Sinne um
Literatur. Für die Entwicklung des Kindes sind wohl alle Geschichten
und eben auch Märchen
hilfreich und wichtig. Für mich
besitzen alle Märchen
nach wie vor einen sehr starken Reiz und ich würde daher auch ein
Märchen einer
anderen Geschichte vorziehen. Allerdings finde ich persönlich, nicht
alle Grimms
Märchen geignet
um sie Kindern vorzutragen, ich lese sie zwar selbst gern, aber
in
den Märchenveranstaltungen werden
Märchen aus aller
Welt vorgetragen. Ein
Kind sollte generell durch kindgerechte
Literatur angesprochen werden, die es
fesselt, unterhält und seine
Neugier weckt, auf seine Ängste und Sehnsüchte
eingeht. Für mich
beinnhalten Märchen all dies
und deswegen erzähle ich Kindern
auch immer wieder gerne
Märchen. Ein Kind
nimmt im Laufe seines Lebens sich
selbst und die Umwelt,
schrittweise immer besser wahr. So lernt es sich und
andere kennen
und einschätzen und daraus kann es schließlich sinnvolle
Beziehungen
knüpfen. Das geht nicht immer ohne Enttäuschungen ab.
Um diese besser zu
verstehen und Frustationen nicht hilflos ausgeliefert zu sein
kann
es sich in Geschichten und besonders in Märchen eine
innere Kraftquelle
erschließen. In ihr kann das Kind Trost und
Zuflucht sowie Unterstützung seiner
Phantasie
finden.
Märchen und
kindgerechte Geschichten eignen sich hierfür meiner Meinung nach
besonders gut. Oberflächlich betrachtet hat wohl besonders das
Märchen
zunächst wenig mit unsrer technisierten Welt zu tun.
Doch gerade weil unsere Welt immer komplizierter wird muß dem
Kind eine
Möglichkeit gegeben werden sich zurechtzufinden und den
Dingen einen Sinn
abzugewinnen. Erwachsene sind nicht immer bereit
einem Kind zu sagen, das
Menschen nicht nur gut und edel sind
sondern auch böse, aggressiv und egoistisch
sein können.Kinder
wissen aber meist aus eigner Erfahrung ,das sie selbst auch
nicht
immer "so lieb" sind wie sie es gern wären.
Das Märchen spricht
diese Konflikte und Wiedersprüche an und hilft dem Kind
zu
verstehen.
In manchen neueren Gechichten wird eine heile Welt beschworen,
Konflikte
werden ausgespart und elementare Themen wie Alter, Tod
oder die Sehnsucht
nach dem ewigen Leben übergangen.Vor allem im
Märchen wird
das Kind
konfrontiert mit seinen Grundängsten und Sehnsüchten. Gut
und Böse existieren
nebeneinander und daran erkennt das Kind das es
im Leben genauso ist und das
dies oft Konflikte auslöst.Im
Märchen ist immer
klar zu erkennen wer gut und
wer böse ist, schwarz und weiß, hell
und dunkel sind klar zu erkenn en und
voneineander getrennt, das
gibt dem Kind eine gewisse Sicherheit und
Orientierung.
Auch das Böse ist nicht ohne Fazination: die Hexe,
der mächtige Zauberer, der
unheimliche Drache, die verschlagene Fee,
doch wie jeder weiß - das Gute siegt
zum Schluß , das Böse
unterliegt.